Etwas über Technik der Regina

 

Zunächst etwas über die Teleskopgabel der Regina:  

Diese Bilder sind heute seit über 50 Jahren Historie. Es gab damals vielfach böse Zungen, die der Regina-Gabel die schrecklichsten Unfall-Geschichten andichteten, bei denen immer wieder die filigran erscheinenden aus Schmiedealuminium hergestellten Gabelbrücken durch Bruch die Ursache schwerster Unfälle gewesen sein sollten. Tatsache ist, dass ich selbst mit einer Regina 1972 einen Unfall hatte, bei dem ich mich voll, seitlich gegen einen VW- Käfer zu behaupten hatte, der mir die Vorfahrt auf einer Hauptstrasse genommen hatte. Meine Regina sah damals genauso aus, wie die auf den hier gezeigten Bildern des Fahrers Wagenhuber 1950. Verletzungen hatte ich damals keine davongetragen. Da soll einer mal sagen, ein Motorrad hätte keine Knautschzone! – Lassen wir den historischen Text zu den Bildern folgen:

So  urteilen  Fachleute  über die  Horex-Gabel !


Anlässlich der „Fahrt durch Bayerns Berge 1950“, die an einem Tag über eine Strecke von 400 km führte und sowohl den Teilnehmern wie den Fahrzeugen an Strapazen nichts ersparte, errangen die

7 gestarteten Horexfahrer

6 Goldene und 1 Silberne Medaille

Der Fahrer Wagenhuber, München, hatte kurz vor Beendigung der Alpenfahrt einen schweren Unfall, zu dem der bekannte Fachjournalist H. W. Bönsch im „Motorsport“, Heft 15, folgendes schreibt:

„Ganz toll sah der Sturz von Wagenhuber aus, der mit seiner Horex  gegen eine Mauer knallte, dass die Teleskoprohre nach hinten weggedrückt wurden, das Kurbelgehäuse in der vorderen Aufhängung ausriss und das Auspuffrohr am Zylinderkopf ausbrach. Trotz gebrochener Hand beulte der Münchener seine Maschine soweit wieder aus, dass er noch punktfrei das Ziel erreichte. Eine ganz enorme Energieleistung.

Technisch war dabei interessant, dass trotz der ungeheueren Überbeanspruchung der Leichtmetall-joche der Teleskopgabel nicht die geringste Verformung aufwiesen.

Es lohnt sich, die beiden Fotos genau zu betrachten.

Die Gabelrohre sind bei dem Zusammenprall nach hinten weggeknickt, die vordere Aufhängung des Kurbelgehäuses ist genauso ausgerissen wie der Auspuffstutzen und doch war die Maschine mit einem Nachlauf von über 200 mm noch lenkfähig. Die eleganten Leichtmetalljoche hatten den Aufprall ohne Verzug überstanden.“


Mit dieser hoffnungslos verbeulten

„Horex“ wurde die „Fahrt durch

Bayerns Berge“ durch gestanden. Uns was sagten die Rennfahrer?

Zwei der damals mit zu den besten deutschen Rennfahrern zählenden, Hermann Gablenz und Roland Schnell, bauten aus ihren fahrgestelltechnischen Erkenntnissen in ihre 250 und 350 ccm Moto-Parilla-Rennmaschinen anstelle der Parilla-Teleskopgabel die Horex-Gabel ein. Dazu schrieben sie damals folgendes:

„Hermann Gablenz
Karlsruhe, den 16.8.1950
Geibelstraße 13

                                                                                

Firma

Horex-Columbus-Werk K. G.
z. Hd. Von Herrn Kleemann jr.,

Bad Homburg

Ich komme leider erst heute dazu, Ihnen meine Erfahrung mit der von Ihnen zur Verfügung gestellten Gabel mitzuteilen. Beim Rennen in Schleiz habe ich diese zum ersten Mal gefahren und war über die Eigenschaften  sehr erstaunt. Ich kann Ihnen heute versichern, dass die Gabel viel zu meinem Erfolg beigetragen hat.

Die bei diesem Rennen anwesenden Herrn Ihrer Firma konnten sich von dem schweren Rennen selbst überzeugen und haben Ihnen sicher zwischenzeitlich schon berichtet. Wie ich soeben aus der Zeitung lese, hat auch Roland Schnell gestern in Ingolstadt, mit Ihrer Teleskopgabel ausgerüstet, seinen ersten Sieg auf der Moto-Parilla errungen.

Die nicht benötigten Teile habe ich Ihnen am vergangenen Samstag per Expressgut  zu Ihrer weiteren Verwendung zugesandt.

Bei dieser Gelegenheit danke ich Ihnen nochmals für Ihr Entgegenkommen und werde Ihnen von meinen Erfahrungen weiterhin berichten.

Für heute verbleibe ich mit freundlichem Gruß

Ihr
gez. Hermann Gablenz“

Und Roland Schnell schreibt:

„Roland Schnell'
 Karlsruhe, den 16.8.1950
Neckarstraße 39

Herrn Fritz Kleemann
Horex-Columbus-Werk K.G., Bad Homburg

 

Sehr geehrter Herr Kleemann!

Ich möchte Ihnen heute ganz kurz mitteilen, dass ich mit der von Ihnen gelieferten Teleskopgabel außerordentlich zufrieden bin. Selbst bei stärkster Belastung und Inanspruchnahme funktionierte sie ausgezeichnet. Es ist die erste Gabel von den vielen, die ich schon ausprobiert habe, die so 100%ig in Ordnung ist.

 Mit sportlichem Gruß
      Ihr
gez. Roland Schnell“       


Das Urteil des Friedel Schön, dem Deutschen Meister des Jahres 1950 in der 250 ccm-Lizenzklasse und dem dann ebenso erfolgreichen Horexfahrer, Frankfurt/Main, Wolfsgangstraße, sah dann folgendermaßen aus:

„Seit Anfang dieser Rennsaison fahre ich die 350 ccm-Horex-Rennmaschine in allen bedeutenden Rennen.

Außerdem bin ich ein begeisterter Anhänger des Zementbahn-Rennsportes und es ist mir gelungen beim ersten Start auf der Frankfurter Zementbahn am 7. Mai 1950 auf meiner Straßenrennmaschine mit serienmäßigen Fahrgestellteilen, wie Teleskopgabel, Hinterradfederung und Naben die Bestzeit zu erzielen.

Die Belastungen auf der Zementbahn sind meiner Meinung nach die höchsten, die an Gabel und Fahrgestell gestellt werden.

Die Horex-Gabel ist für mich als Rennfahrer eine Lebensversicherung.            

Mit sportlichem Gruß!

gez. Friedel Schön“

Friedel Schön mit seiner 350 ccm Horex
auf der Zementbahn.

Damit dürfte die Legende von der „Todesgabel“, wie es des Öfteren in den Gazetten hieß, auch historisch widerlegt sein. Denn selbst das beste Material, ist immer nur ebenso gut wie der Pilot, der damit umgeht.

 

Links: Ab Regina 1 Aufbau der Gabelbeine mit hydraulischem Stoßdämpfer am unterem Ende.
Rechts: Verstärkte Steuerkopflager, statt 4,75, 6mm Kugeln

 
Links: Ab 1952 schmaler Lenker, 68 cm, Normalausstattung. Neue Aufnahme für den Scheinwerfer.
Rechts: Regina Hinterrad mit Federung, Schnitt durch den Antrieb. Zwischen Antrieb und Nabe, Verbindung durch elastische Gummischeibe.


Links: Durch die Umstellung zum Fliehkraftregler fiel der Lenkerhebel für „spät“ weg.
Viele „Haxen“ blieben unbeschädigt.
Rechts: Motorschnittbild – ab Regina 1 Stirnradantrieb der Nockenwelle.

   
Links: Steuerkette „Regina“. Mitte: Stößel ohne Hüllrohr „Regina“ – Zylinderkopf und Kipphebelbock noch ein Guss – bei den Alu-Köpfen wurde der Kipphebelbock aus Temperguss aufgeschraubt. Rechts: Der neue Stirnradantrieb seit „Regina 1“.   


Alle Teile Motor Regina 250, 06er Gehäuse, zum Zusammenbau – Diese Teile
wurden im Winter 1994/95 neu zusammengebaut für die Wiederzulassung eines
„Altfahrzeuges“. Nun läuft und läuft und läuft er – aber nur, wenn er angetreten
wird, dann aber sofort... – gebe ja zu, nach langem stehen manchmal auch erst
 nach dem zweiten...
Nun zählt mal schön nach, ob nichts fehlt!  

dampfhammer-hs@t-online.de

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